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Frage „Wer – wen?“

Die Frage „Wer – wen?“ ist die Frage danach, wer in dem erbitterten Klassenkampf, der unter den Verhältnissen der neuen ökonomischen Politik zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen Sozialismus und Kapitalismus entbrannte, siegen wird.

Der militärische Widerstand der Kapitalisten war im Bürgerkrieg gebrochen worden, doch die Wurzeln des Kapitalismus blieben bestehen, da Millionen von kleinbürgerlichen Wirtschaften bestehen blieben.

Noch beim Übergang zur neuen ökonomischen Politik betonten Lenin und die Partei, dass der freie Handel mit dem unvermeidlichen Wiedererstehen des Kapitalismus verknüpft ist. Das Problem des Kampfes gegen diesen neu erstehenden Kapitalismus tritt mit aller Schärfe hervor. Lenin stellt das Problem „Wer – wen?“ als Problem des „Krieges der Staatsmacht (des Proletariats. D. Red.) gegen die Bourgeoisie des eigenen Landes“. Die Diktatur des Proletariats schließt nicht nur den Sturz der Macht der Bourgeoisie und die Niederwerfung ihres Widerstandes ein, sondern auch den wütendsten, erbittertsten Kampf gegen die Bourgeoisie an der Wirtschaftsfront.

Anders wird das Problem „Wer – wen?“ von den Rechtsopportunisten gestellt. Nach der Errichtung der Diktatur des Proletariats beginnt nach Bucharins Theorie die „organische Periode des Hineinwachsens“, die „Weiterentwicklung zum Sozialismus auf evolutionärem Wege“, und es „beginnt das wirkliche Hineinwachsen in den Sozialismus“. Nach Genossen Bucharin handelt es sich beim Problem „Wer – wen?“ um „den evolutionären Kampf der Wirtschaftsformen“ und durchaus nicht um den erbittertsten Kampf gegen die Bourgeoisie (siehe „Lenin als Marxist“ im Sammelband: N. Bucharin, „Attacke“, Moskau 1924, russ.).

An Stelle der Anerkennung des unversöhnlichen Klassenkampfes gegen den Kapitalismus in Stadt und Land vertrat Bucharin die opportunistische Theorie des friedlichen Hineinwachsens der kapitalistischen Elemente in den Sozialismus. Diese opportunistische Theorie hat mit dem Leninismus nichts gemein. [...] [Lenin, Ausgewählte Werke, Band 9, Anm. 75]

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